Charade vs. Hijet: CB Motoren

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Wie man bei der Motorenübersicht sehen kann, gibt es sehr viele Einbaubereiche und Varianten des 3 Zylinder CB Motors.

Angefangen beim CB 20 Motor im Charade G10 in den 70er Jahren bis zum CB 90 im Charade G100 wurde dieser Motor sehr lange verbaut. Auch in den europäischen Hijets wurde dieser Motor verbaut.
Anfangs als Hijet S75/S76 “SparCar” sowie in der S85/S86 Serie des Hijet I (Bis 1992) wurde der CB Motor ohne weitere Kennung verbaut.

Ab 1993 bis ca 2000 gab es den CB 41 (Vergaser) und den CB 42 (elektronische Einspritzung) im Hijet II, welcher in Italien produziert wurde und auch als S85 und S86 verkauft wurde.

Warnung vorab

Da ich gerade einen Charade CB-23 Motor und meinen CB-42 Motor aus dem Hijet auseinander baue, kann hier hier einen kleinen Vergleich der Motorteile auflisten.

Ich gebe natürlich keine Garantie auf Richtigkeit und ich weiß auch nicht wie es bei anderen CB Motoren aussieht. Über jede zusätzliche Information freue ich mich natürlich.

Ölpumpe und Ölwanne

Da beim Hijet der Motor statt senkrecht sehr stark in geneigt ist, wurden diverse Teile überarbeitet und angepasst.

Die Ölpumpe erhielt einen neuen Schnorchel, welcher nun schräg nach unten in die tiefste Stelle der ebenso modifizierten Ölwanne fasst.

Die Ölwanne besitzt einen eigenen Ölmessstab. Die Öffnung für den Ölmessstab im Charade-Motorblock ist beim Hijet Motor verschlossen geblieben.

Öffnung für den Ölmeßstab im Motorblock

Wie schon erwähnt ist beim Hijet die Vorrichtung zur Überprüfung des Ölstandes aufgrund der Schräglage des Motors an die Ölwanne gewandert.

Beim Charade ist die Öffnung für den Ölmeßstabes noch im Motorblock. Wie man auf dem Bild gut sehen kann, gibt es diese Stelle beim Hijet-Block auch, aber hier wurde die Stelle nicht aufgebohrt.

Will man also einen kompletten Charade CB-23 Motorblock im Hijet benutzen, muss diese Öffnung wieder verschlossen werden. In meinem Fall habe ich ein Gewinde in die Öffnung hineingeschnitten und danach mit einer M8 Schraube verschlossen.

Ölfilteranschluß

Bei Hijet, als auch beim Charade sind die Anschlüsse am Motorblock exakt gleich. Damit der CB Motor aber bei beiden Modellen genutzt werden kann, ist die Verbindung zwischen Ölfilter und Motorblock unterschiedlich lang und winkelig.

Wie man im Vergleichsbild sehen kann, ist die Aufnahme für den Ölfilter exakt 2 mm breiter als beim Charade. Interessanterweise ist die Gummilippe der Ölfilter für den Charade und für den Hijet an exakt gleicher Stelle und in der gleichen (kleineren) Breite. Der Innendurchmesser ist bei den Ölfilteraufnahmen, wie man gut sehen kann, exakt gleich.

Der Charade als auch der Hijet haben eine Aufnahme von 3/4 Zoll 16 UNF und ein Innenmaß von 54 mm. Mit diese Maße sind ziemlich typisch für z.B. Toyota und andere japanische Hersteller.

Kühlflüssigkeitssensor

Der Sensor unterhalb des Verteilers im Zylinderkopf misst die Kühlmitteltemperatur.

Das Gewinde im Zylinderkopf ist beim Hijet als auch beim Daihatsu Charade exakt gleich, aber die Sensoren sind unterschiedlich aufgebaut und haben auch unterschiedliche elektrische Verbindungen.

Tipp: Der Kühlmittelsensor vom CB-42 ist kein unbekanntes Modell. Dieser wurde z.B. auch im Charade mit CB-90 Motor (G100 mit 40kw und G-Kat) eingebaut.



Unterschiedliche Nockenwellen

Der Charade (hier CB23) als auch der Hijet (hier CB42) haben generell gleiche Nockenwellen verbaut. Trotz gleicher Daihatsu Teilenummer können diese unterschiedlich aussehen.

Wie im Bild rechts zu sehen ist, kann die Nockenwelle direkt am Verteileranschluss glatt abgeschlossen sein oder noch ein paar Millimeter länger sein.

Im Verteiler ist aber für beide Nockenwellen genug Platz, sodass auch eine Charade-Nockenwelle in den Verteiler des Hijets (CB-42) passt.

Unterschiedliche Zahnriemenform

Generell sind die Kurbelwellen- als auch die Nockenwellenräder zwischen dem CB-42 und CB-23 Motor gleich. Der einzige Unterschied liegt hier in der Form der Zahnriemenaufnahme.

Beim CB-23 wurde noch eine rechteckige Form verwendet. Beim erheblich jüngeren CB-42 Motor wurde diese Form erheblich vertieft und abgerundet, was natürlich viel mehr Durchrutschsicherheit bietet.

Theoretisch könnte man hier also ohne weiteres bei dem Charade CB-23 Konzept bleiben, sollte man z.B. noch günstig an neue Zahnriemen in der alten Form gelangt sein. Ansonsten würde ich auch Sicherheitsgründen aber immer eher die moderene CB-42 Form verwenden.

Tipp: Sollte man also einen Charade Zylinderkopf auf einen Hijet Rumpfmotor aufbauen, bitte immer darauf achten dass Kurbelwellenrad, Nockenwellenrad und der Zahnriemen passend sind. Mischaufbauten dürften zu kapitalen Motorschäden führen, da der Zahnriemen keinen richtigen Halt finden würde.

OT-Punkt Fähnchen am Motorblech

Um den korrekten Zündzeitpunkt zu messen, benötigt man auf der Schwungscheibe eine OT-Markierung (OT = Oberer Totpunkt des ersten Zylinders), sowie einen festen Bezugspunkt am Motor.

Bei den CB-Motoren ist dieser Bezugpunkt über ein kleines Blech-Fähnchen an der Getriebeseite des Motorblocks gelöst.

Da die Einbaulage beim Hijet erlaubt leider nicht den gleichen Messpunkt, sodass auf der Schwungscheibe 2 Markierungen vorhanden sind und das Blech-Fähnchen beim CB-42 Motor etwas versetzt angebracht ist.

Beim Umbau muss also unbedingt das CB-42 Blech verwendet werden und die Schwungscheibe überprüft werden ob diese wirklich beide OT Punkte hat.

In meinem Fall habe ich die Schwungscheibe des CB-42 Motors mitgewechselt.

Unterschiedliche Kupplungen

Aufgrund des stärkeren zulässigen Gesamtgewichtes wurde beim Hijet eine verstärkte Kupplung verbaut.
Daher muss unbedingt die Kupplungsscheibe als auch die Druckplatte von dem CB-42 Motor verbaut werden.

Schon die Aufnahme der Getriebewelle ist vom Innendurchmesser grösser (Nabenprofil 19×22,1 statt 19×20 beim Charade CB-23). Hinzu ist der Durchmesser der Kupplungsplatte und auch der Druckplatte 180mm (CB-42) statt 170mm (CB-23, sowie auch beim CB-90).

Ganz unbekannt ist diese Kupplungsdruckplatte vom CB-42 Hijet aber nicht. Die Druckplatte hat Daihatsu nämlich aus dem Charade G100 GTTI Regal gezogen. Daher kann man beim etwaigen Kauf einer neuen Druckplatte auch mal beim Charade G100 GTTI (CB-80 DOHC Turbo) schauen. Hier gibt es nämlich einen etwas grösseren Teilemarkt als beim Hijet.

In meinem Fall habe ich also die Kupplungsscheibe als auch die Kupplungsdruckplatte vom CB-42 wieder verbaut.

Öldruck-Sensor

Der Öldrucksensor am Motorblock ist eigentlich zwischen dem Charade CB-23 und dem Hijet CB-42 Motor vergleichbar. Einzig die Aufnahme des Sensorkabels ist unterschiedlich.

Beim CB-42 ist der Anschluss über ein Kabelschuh realisiert, beim CB-23 wird ein Ringanschluss verwendet.

Damit man also an der Verkabelung nichts ändern muss, lohnt hier der Wechsel auf den Öldrucksensor vom CB-42.

Besonderheit Hijet Zylinderkopf

Wie man recht gut am Foto erkennen kann, haben die Zylinderköpfe vom Hijet (Auch die damaligen 2 Zylinder-Modelle des SparCars S60/S65) eine Besonderheit: Damit die Nockenwelle auch in der Schräglage mit Öl benetzt wird, wurden zusätzliche Schwallwände eingeschweisst.

Diese fehlen beim normalen Charademotor gänzlich. Natürlich würde für eine kurze Zeit auch ein Charade-Zylinderkopf funktionieren, aber mit der fehlenen Ölschmierung wird es früher oder später Probleme mit der Nockenwelle und den Kipphebeln geben.

Weitere Änderungen

Natürlich gibt es noch mehr Unterschiede, aber diese werde ich erst in den nächsten Tagen hinzufügen können. Dieser Artikel wird also immer noch erweitert.