Nun geht es wieder los. Kein Tag nach dem Amoklauf in Emsdetten wird schon wieder über ein Verbot von so genannten Killerspielen gesprochen. So einfach kann man versuchen medienwirksam die aufkommenden Fragen der Bevölkerung über die Gründe für dieses Desaster zu beantworten.
Sind es wirklich die Spiele oder war es nicht eher die soziale Ausgrenzung in der Schule und Freizeit, die ignorierten Hilferufe des Amokläufers in 2004 ?
Meiner Meinung war das Computerspielen nur ein kleinerer Teil seines Lebens, denn immerhin hat er nebenher auch eigene Splatterfilme gedreht, Paintball gespielt und mit Softair Waffen hantiert. Seine aggressive Zurschaustellung im Internet ist durch Google und Co ja immer noch sichtbar. Waren dies nicht auch Hilfeschreie?
Würden die Politiker wirklich Unterstützung für die Jugendliche geben wollen, wäre der richtige Weg nicht die technischen Maßnahmen wie „Killerspiel-Verbote“ oder Waffenüberprüfungen in den Schulen. Grund für solche gescheiterten Existenzen sind doch ganz klar die fehlende soziale Integration und das Anbieten von Alternativen im täglichen Alltag der Jugendlichen.
Auch wenn die Presse schon gegen die Lehrer der Geschwister Scholl Schule in Emsdetten moppern: Ja Lehrer bekommen schon sowas mit, aber es kann auch nicht jede Art von sozialer Arbeit von Lehrern übernommen werden. Das der Amokläufer ein Gothicanhänger war und dadurch hauptsächlich schwarz gekleidet war, ist vielleicht auffällig aber auch nicht wirklich ungewöhnlich. Die Gothic-Scene in Europa ist riesig und an sich harmlos.
Ehrlich gesagt: Wer hatte als Jugendlicher nicht auch die Phase wo man bestimmte Lehrer total gehasst hat ? Auch der soziale Rang innerhalb einer Klasse oder Schule kann es dem Schüler extrem schwer machen. Ein Wechsel der Schule kann hier normalerweise helfen, aber vielleicht fehlten dem Schüler einfach die Ansprechpartner.
Wie man testweise in Berlin angefangen hat durch Sozialarbeiter die Jugendlichen dazu zu bekommen ihren Abschluss zu machen und sich eine Perspektive zu schaffen, müsste einfach deutschlandweit eingeführt werden. Mitarbeiter die nicht den Stundenplan für die laufende Woche machen, sondern den Schülern zur Seite stehen und gemeinsam Ziele aufstellen. Denn Lehrer sind eher die falschen Ansprechpartner für Schüler die Probleme haben, da sie einfach zu hochgestellt sind und nicht auf gleicher Ebene mit den Schülern kommunizieren können.
Aber die Politiker haben wohl schon den Grund gefunden … Killerspiele …