Archive for February, 2008

Charade G102: Teil 3 – Unterm Auto

Wenn ein Verkäufer dir sagt „Die Auspuffanlage ist auch gemacht worden“, heißt, dass nicht das diese neu ist. In meinem Fall war ab Kat fast jedes Stück Rohr gegen ein anderes (dafür heftig rostendes) Teil getauscht worden. Die beiden Schalldämpfer waren immer noch die alten Daihatsu Schalldämpfer. Selbst die Dichtungsaufnahmen waren zusammengeflext worden und ergaben insgesamt ein trauriges Bild.
Nach viel herumklopfen wirkt das Karosserieblech aber sehr stabil und gesund. Immerhin ein Pluspunkt. Auf der Unterseite des Motors geht aber der Spaß weiter. Überall finde ich Fettspuren. Ob da vielleicht mal eine Achsmanschette aufgeplatzt ist und die vorherige Werkstatt noch Nichtmals die Spuren entfernt hatte? Hinzu wurde auch schon einmal die Ölwannendichtung gegen Flüssigdichtung getauscht. Vielleicht einer der Gründe, warum der Motor untenrum ziemlich ölig ist. Es geht halt doch nix über richtige Gummidichtungen, die auch noch nagelneu sind.

Auch die Lichtmaschine wurde schon einmal getauscht. Leider fanden die Vorbesitzer (oder deren Werkstatt) nur eine gebrauchte Lichtmaschine vom Charade G100 mit dem Dreizylinder Motor CB-90. Dort ist aber die Steckverbindung eine ganz andere. Daher wurden die Verbindungen mit Flachstecker und Heißklebe „repariert“.


Beim Entfernen des Mittelschalldämpfers vom Kat finde ich, statt drei 14er Muttern, nur eine 17er. Die 17er Mutter war dafür aber so angeknallt, dass ich den ganzen Bolzen aus dem Katalysator drehte. Naja, den Katalysator tausche ich eh aus, denn er ist von innen auch schon durchgeschmurgelt bzw. rausgebröselt.

Mein letzter Blick an den Motorblock war dann folgender:

Wow! Motornummer 66666? Das ist ja so teuflisch, da kann nur noch ein Exorzismus helfen.

Daher meine Entscheidung: her mit dem Ersatzmotor, Auspuffanlage mit Katalysator, neuer Lichtmaschine und noch mehr. Das Gefrickel kann ich nicht länger mit Ansehen!

Auf geht’s:

(Bald gehts weiter)

·Trackback ·         Comments (2)

Charade G102: Teil 2 – Erster Check

Bei der Abholung des Charades war ich grundsätzlich zufrieden, da der Innenraum ordentlich aussah, die Radkästen ohne Rost waren und sogar ein paar Alufelgen inklusive obligatorischer Tieferlegung nicht nur dabei, sondern auch eingetragen waren.

Die einzig offensichtliche Roststelle war wie so üblich im hinteren Schwellerbereich. Das Loch wurde vom Hallennachbar (Käferschrauber und VW-Oldie Liebhaber) ordentlich geschweißt und danach konnte es schon an die ersten genaueren Untersuchungen des Neuerwerbs gehen.

Also ab auf die Grube und runter mit der Motorhaube.

Und mit der Motorhaube geht es schon los: Ein paar Spaßvögel haben diese wohl schon einmal versucht zu lösen und dabei Links mit Rechts verwechselt. Die abgerissenen Schrauben am Haubenhalter wurden Schweißpunkte ersetzt.

Danach schwenkt der Blick auf den ölversauten Zylinderkopfdeckel. Wow was ist denn da passiert? Ich kann es jetzt nicht mehr genau sagen, aber mir kam beim Entfernen des Schlauchs zwischen Luftfilter und Drosselklappe ähnlich viel Öl entgegen. Die Klappe selbst war schon völlig von Ölschlamm verklebt. Wer weiß, wie das Ansauggeweih von innen aussieht.
Nebenbei: Auch die Unterseite der Motorhaube sieht lecker aus.

Wenn man eh schon dran ist, kann man ja auch noch ein Blick unter den Zylinderkopfdeckel werfen. Ich gebe zu: Im Daihatsu-Forum gab es noch schlimmere Motoren zu sehen, aber normalerweise erwarte ich hier zumindest ein wenig metallischen Glanz und keinen verkokten Nockenwellenraum.

Selbstverständlich sah der Deckel von innen nicht besser aus. Eine Fixierungsschraube vom Zündverteiler war auch schon fast abgefallen, weil jemand vergaß, diese wieder anzuziehen.

Auf den Schreck ging es erst einmal in die Grube und unters Auto.

(mehr in Teil3)

·Trackback ·         Comments (1)

Charade G102: Teil 1 – Projekt Teufelsaustreibung

Projekt 66666 oder Teufelsaustreibung

Nach so viel Dreizylindergequatsche meinerseits hat der eine oder andere Leser vielleicht die Hoffnung, dass ich nun doch wieder auf „richtige“ Motoren umsteige. Die Schätzung ist fast richtig: Mein baldiges Alltagsgefährt wird einen Zylinder zu viel haben.

Zunächst aber ein kleiner Flashback: 2007 brauchte mein Hijet eine unbedingte Motorüberholung, da das Klappern immer schlimmer wurde. Daher musste ein Alltagsauto her, mit dem ich von A nach B (A= Händler, B=meine Schrauberhalle) komme. Als ich eine Anzeige über einen Charade G11 Turbo (leider Facelift, aber dafür in einem zweifarbigen Silber) entdeckt habe, stand fest: Die Kiste holst Du Dir und baust sie nach der Hijetreparatur um.

Leider hatte die Hijetbastelei sich fast über das komplette Jahr 2007 hingezogen und meine Ideen mit dem Charade G11 waren nicht ohne Weiteres durchführbar. Hinzu rückte eine neue Anti-G11 Drohung immer näher: die Feinstaubplakette für alle Fahrzeuge, die in die Innenstädte des Ruhrgebiets wollen. Hinzu Gespräche über ein „das ganze Ruhrgebiet wird eine Umweltzone“.

Super! Wie soll ich denn nun aus meinen Vergaser G11 auch noch ein Einspritzmodel mit möglichst Euro 2 schaffen? Naja, wie auch immer: Das Charade G11 Projekt starb, bzw. liegt im Sterben.

Zunächst einmal muss nun ein weiteres Alltagsfahrzeug her und diesmal muss es mit der Feinstaubplakette klappen. So erstand ich einen Charade G102 (1.3 Liter, 4 Zylinder, 16V), welcher nicht mehr anspringt, weil wohl die Kopfdichtung kaputt wäre.

Da ich glücklicherweise noch einen Schlacht Charade mit gleichem Motor liegen hatte, war das perfekt für mich. Vorsorglich habe ich mir bei meiner Lieblingsdichtungsverkäuferin „Shirley“ in England einen Zylinderkopfdichtungssatz für kleines Geld bestellt. Shirley kann einfach für jedes Auto einen Dichtungssatz besorgen. Darüber ist Martin mit seinen Zweizylinder Cuore Wägelchen auch sehr glücklich.

Bei der Abholung mit Martin sah ich schon einen ziemlich verölten Motor, aber was soll’s: Rauf auf den Hänger und ab nach Dortmund damit.

(mehr in Teil2)

·Trackback ·         Comments