Nachdem ich nun den Innenraum etwas auf Vordermann gebracht habe, musste nun noch etwas gegen diese schreckliche E-Vergaser ( Vergaser mit Lambda-Regelung für Euro 1) Krankheit gemacht werden.
Wie man überall lesen kann, ruckeln und hoppeln die Cuore L201 im hohen Alter recht gerne, weil früher oder später sich diese E-Vergaser oder einer der gefühlten hunderten Unterdruckschläuchen zusetzen. Genauso gehen die Microschalter in den Vergasern gerne mal kaputt und spätestens dann wollen Werkstätten am liebsten aufgeben oder viel zu teure Ersatzteile einbauen.
Ich hatte auf den ganzen Kram keine Lust und habe lieber einen (kleinen) Motorswap gemacht: Raus mit aller Elektrik im Cuore L201 und dem L201-Vergasermotor und die komplette Elektrik sowie dem Einspritzmotor aus einem modernen Cuore L501 in die alte Karosse rein.
Glücklicherweise gab es auch den alten L200 in Japan schon mit Einspritzanlagen (und Turbo+Intercooler und selbst mit 4WD, aber das ist ein andere Thema). Daher waren viele Anbaupunkte schon in der Karosse verfügbar und konnten wiederverwendet werden.
Zunächst tauschte ich den Tank, der fast baugleich ist mit dem vom L501. Der L501-Tank wirkte insgesamt im besseren Zustand, weshalb die Wahl Darauf viel. Der einzige Unterschied: Beim L501 Tank ist ein Entlüftungsanschluss zum Tankstutzen bei der Benzinpumpe und beim L201 ist dieser Anschluss im Tank selbst.
Würde man also nur die Benzinpumpe vom L501 nehmen, müsste man einen Anschluss verschliessen. Die Benzinpumpe muss aber auf jeden Fall vom L501 sein, da diese eine höhere Förderleistung hast, die das Einspritzsystem benötigt.
Grundsätzlich sind L201 und L501 Motoren identisch. Beide haben auch einen baugleichen Motorschemel, aber Kleinigkeiten wurden modifiziert. z.B. wurde die Strebe zur Lagerung des Motors zwischen L201 und L501 modifiziert. Hier sollte man auf jeden Fall die L501 Strebe nehmen, da nur diese exakt passend zum Ansaugkrümmer ist. Hinzu hat dieser ein Loch wodurch man eine Schraube zwischen Motorblock und Getriebe fixieren kann. Beim L201 musste man dafür diese Strebe erst komplett entfernen.
Zurück zur Elektrik: Hier gibt es eigentlich nur wenig Fallstricke. Die Stecker zu den Seitenblinkern müssen verlängert werden und vorne müssen die Steckverbinder von den L201-Standleuchten in den L501 Kabelbaum verbaut werden. Die Hupe muss ggf. versetzt werden oder die zwei Kabel auch verlängert werden.
Im Innenraum geht es dann schon mehr zur Sache: Die Steckverbindungen vom Tacho müssen getrennt und mit den alten Steckern vom L201-Kabelbaum neu konfektioniert werden. Dazu habe ich eine Anleitung geschrieben, da man sich nicht auf die Kabelfarben verlassen kann.
Einfacher ist da die Lüftungssteuerung für den Innenraum. Hier müssen auch die Stecker von der Steuerung als auch zum Umwälzmotor vom L501 gegen die vom L201 getauscht werden. Die Farben sind in diesem Fall gleich. Einzig ein Kabel fehlt im L501 Kabelbaum, welches am besten aus dem L201-Rest recycled wird: das komplett blaue Kabel muss von der L201 Lüftersteuerung zum L201 Umwälzmotor gezogen werden.
Letztendlich landet man bei dem Multifunktionsschalter (Lenkstockschalter), welcher weiterhin vom L201 benutzt werden muss, da der L501 eine dickere Lenksäule hat. Hier kann man ein Teil der Steckerelemente direkt von den L201-Steckern in die L501-Stecker umlegen. Manche Kabel müssen aber auch neu konfektioniert werden. Da man das Rad ja nicht neu erfinden muss, habe ich auch hierfür eine Anleitung geschrieben.
Das war es eigentlich schon. Grob hat mich das Ganze 3 Samstage gekostet, wobei ich natürlich viele Dinge erst einmal selbst herausfinden musste. Ich denke dass ein erneuter Umbau dank der nun erstellten Unterlagen erheblich schneller geht.

Passt wie angegossen!
Der Umbau bringt mir leider keine Verbesserung der Abgasnormen, aber dafür läuft der Motor schön rund und ist noch einmal ein gutes Stück sparsamer als der eh schon sparsame L201 Motor.
Anleitung zum L201 EFI Umbau